26.03.2025

Psychologische Reife des Kindes wichtig beim Medienkonsum

Presseschau

"Bildschirmfrei bis drei" und für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren höchstens zwei Stunden vor dem Smartphone oder Computer - das empfiehlt unter anderem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Kerstin Paschke, Diplom-Psychologin und stellvertretende Leiterin des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters, hält diese Empfehlungen jedoch "fernab von der Realität". Wie viel Medienkonsum bei einem Kind in Ordnung sei, hänge vor allem von der psychologischen Reife des einzelnen Kindes ab, erklärte Paschke am Dienstagabend bei einer Online-Veranstaltung des Magazins "Psychologie heute" zum Thema "Mein Kind und das Smartphone".

Laut einer aktuellen Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit nutzt ein Viertel der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren soziale Medien wie Instagram oder Tiktok in einer problematischen Form. 4,7 Prozent davon gelten als abhängig. Die täglichen Nutzungszeiten liegen in dieser Altersgruppe im Schnitt bei 2,5 Stunden unter der Woche und bei knapp vier Stunden am Wochenende. Laut Paschke ist das viel, "es sollte natürlich weniger sein". Aber es gehe beim Medienkonsum nicht nur um die Dauer, sondern auch darum, wie Kinder und Jugendliche sie nutzten und ob sie im digitalen Raum gut geschützt seien - etwa vor gewaltvollen oder pornografischen Inhalten.

"Die reine Nutzungsdauer ist nicht schädlich", sagte Paschke. "Es kommt darauf an, was das Kind nutzt und wie es das Smartphone nutzt. Man kann dort auch recherchieren, es für kreative Sachen nutzen oder für den sozialen Austausch." Das Smartphone beziehungsweise das Internet hätten viele nützliche Eigenschaften. "Aber auch problematische", betonte die Mediensucht-Expertin. Kinder und Jugendliche kämen ungefiltert mit Dingen in Kontakt - "das geht bis zu Cybergrooming oder extremistischen Inhalten oder Fake News".

"Anstatt zu sagen, du darfst jetzt nur noch zwei Stunden am Tag das Smartphone nutzen, sollte man lieber gucken, was das Kind eigentlich in der restlichen Zeit macht", rät Paschke. Eltern sollten die Zeit bis zum Erwachsenwerden der Kinder zudem nutzen, mit ihnen in Sachen Medienkonsum in Kontakt zu bleiben. Es sei die Aufgabe der Eltern, sie auch in der virtuellen Welt zu schützen, sie anzuleiten und ein Bewusstsein für Gefahren zu schaffen. (KNA)

 

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